Erasmus+-Projekt - Eintauchen in die politischen Entscheidungsprozesse in Brüssel

Wir, der Jahrgang Klasse 11 aus dem Fritz-Greve-Gymnasium, durften an einem geförderten Projekt im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ teilnehmen. Das war ein großes Privileg, welches wir und eine Partnerschule aus Österreich hatten, um einen Einblick in das Europäische Parlament zu erhalten, aber auch in das Land Belgien und hauptsächlich in die Hauptstadt Brüssel. Wir waren dort vom 12. Oktober bis zum 17. Oktober 2025.

Am Sonntag ging es für uns sehr früh mit dem Bus Richtung Brüssel. Es war zwar eine sehr lange und anstrengende Fahrt, aber mit regelmäßigen Pausen ließ es sich aushalten, und wir erreichten Brüssel am späten Nachmittag.


Montag

Unser Montag begann mit einem ausgewogenen Frühstück um 8:15 Uhr mit einer guten Auswahl, bei der wirklich für jeden etwas dabei war. Der erste Punkt auf unserem Tagesprogramm war eine Stadtrundfahrt durch die so vielseitige Hauptstadt Belgiens, Brüssel. Unser Tourguide zeigte uns viele Sehenswürdigkeiten und erklärte viel Wissenswertes über die Stadt und auch historische Hintergründe zu ihrem ständigen Wandel. Die Tour führte uns zum Königlichen Palast, zur National Basilica of the Sacred Heart, zum berühmten Atomium und durch das Europaviertel und endete auf dem prunkvollen Grand Place. Die Stadtrundfahrt ging circa zweieinhalb Stunden und bot uns einen umfassenden Eindruck von der Stadt.

Am Nachmittag trafen wir uns dann mit der Partnerschule aus Österreich. Da aus unserer Schule mehr Teilnehmer mitfuhren, hatten einige – so wie ich – leider keinen Austauschpartner, weshalb ich nur wenig über den Austausch berichten kann. Der nächste Programmpunkt war dann eine Schnitzeljagd mit den jeweiligen Austauschpartnern in kleinen Gruppen, welche uns durch viele unterschiedliche Teile der Stadt brachte und immer mit einer Frage bzw. Aufgabe beschäftigte.

Anschließend besuchten wir mit der Partnerschule das Frittenmuseum. Dort gab es viel zu sehen, und man wurde auch mit einem Audioguide eigenständig durch das Museum geführt. Immer mal wieder gab es auch interaktive Spiele, die man alleine, aber auch mit anderen zusammen spielen konnte. Am Ende angekommen, erwartete uns dann auch eine Portion Pommes.

Im Hotel gab es dann noch Abendessen, und danach hieß es Freizeit in der Stadt oder im Zimmer, und somit war der erste Tag auch schon zu Ende.


Dienstag

Am Dienstag ging es für uns dann ins Europäische Parlament, gemeinsam mit der Partnerschule. Der Vormittag war zunächst frei, bevor wir uns mittags auf den Weg zum Parlament machten, wo ein Planspiel auf uns wartete. Dabei wurden wir in verschiedene Parteien eingeteilt, die jeweils ihre Positionen im Parlament vertreten sollten. Das Thema des Planspiels waren zwei Gesetzesentscheidungen: die Wasser-Solidaritätsrichtlinie und die Identifikationsrichtlinie (die den Einsatz von Chips in Menschen betrifft).

In den Parteien wurden uns dann unsere Standpunkte, die uns besonders wichtig sind, mitgeteilt. Danach wurden wir erneut in Gruppen von zwei Personen geteilt, und durch interaktive Tafeln wurden uns Meinungen von virtuellen Personen zu den jeweiligen Themen gezeigt, womit wir dann unsere Standpunkte festigen sollten. Anschließend ging es dann in die erste Beratungsrunde, wobei es jeweils eine Gruppe zu einem Thema gab. Dort ging es darum, dass die einzelnen Parteien sich in ihren Punkten austauschten und schon einmal versuchten, Mehrheiten für ihre Meinungen zu finden.

Danach kamen beide Gruppen zusammen, und es wurde über die einzelnen Themen abgestimmt. Bis die Gesetze final abgestimmt werden konnten, passierte dies ganze zwei Male noch, wo sich die Parteien wieder untereinander verständigten, und es schließlich zur Abstimmung zu den Gesetzen kam. In unserem Planspiel sind zwei Gesetze entstanden. Jedoch muss man dazu sagen, dass nicht immer alles reibungslos gelaufen ist. Denn das Planspiel ging auch recht lang, und dementsprechend war es an einigen Punkten etwas verwirrend gewesen. Aber im Großen und Ganzen ist es ein ziemlich spannendes Erlebnis gewesen, und man konnte wirklich genau nachvollziehen, wie lange und wie komplex es doch ist, ein Gesetz in der Europäischen Union zu verändern oder durchzubringen.

Nach unserer Mittagspause ging es dann zum Parlament und zum Gespräch mit der EU-Abgeordneten von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Sabrina Repp. In diesem Gespräch war es uns möglich, viel über den Alltag und die Arbeit im EU-Parlament von ihr zu erfahren und auch Fragen zu stellen. Wir haben viel über das Parlament erfahren – über ihre Erfahrungen, Erfolge und was sie genau macht und wo Frau Repp am meisten tätig ist. Es war ein sehr spannendes Gespräch mit sehr interessanten Fakten und Informationen.

Zum Abschluss durften wir kurz auf der Plenartribüne Platz nehmen, während gerade eine Sitzung stattfand. So konnten wir noch einen realistischen Eindruck davon bekommen, wie die Arbeit im Parlament tatsächlich aussieht.

Der Dienstag war insgesamt sehr eindrucksvoll. Besonders das Gespräch mit Sabrina Repp und das Planspiel haben uns einen tiefen Einblick in die Arbeit des Europäischen Parlaments ermöglicht.


Mittwoch

Am Mittwoch gab es für uns am Vormittag mehrere Optionen, die wir uns aussuchen konnten. Diese Optionen waren der Besuch des Atomiums, des Mini-Europas und ein Besuch von Waterloo. Dementsprechend sah der Vormittag für jeden unterschiedlich aus. Ich persönlich habe das Atomium besucht. Dort angekommen und nach dem Ticketkauf ging es direkt hoch in die höchste Kugel. Von dort aus hat man eine sehr schöne und weite Aussicht auf die Stadt. Obwohl die Wetterverhältnisse nicht super optimal für eine gute Aussicht waren, konnte man trotzdem beim Herumgehen viel von der Stadt sehen. Von oben ging es dann wieder hinunter und von dort in die weiteren Kugeln. In der ersten Kugel befand sich viel zum Aufbau des Atomiums – ein Miniaturnachbau, Eröffnungswerbung und Baupläne. Man kann dort viel über das Atomium erfahren. Danach ging es weiter durch die Rohre zu den weiteren Kugeln. Dort gibt es Ausstellungen, und in dem Zeitraum, in dem wir es besucht haben, war dort eine Art Lichtershow aufgebaut mit vielen Neonlichtern, die eine entspannte, aber auch sehr ansprechende Atmosphäre machten. In jeder Kugel war dies dann unterschiedlich und sehr abwechslungsreich, aber gleichzeitig immer dem Thema gleich geblieben. Man konnte leider nicht alle Kugeln betreten, jedoch hat uns das, was wir gesehen haben, sehr überzeugt, und dementsprechend ist ein Besuch empfehlenswert.

Am Nachmittag ging es dann für uns und die Partnerschule in das Museum of European History. Dort haben wir eigene Tablets bekommen mit Kopfhörern, was es uns ermöglichte, eigenständig das Museum anzuschauen und zu den jeweiligen Ausstellungen auch Audios abzuhören. Das Museum hat wirklich viel zu bieten und ist nach Zeitaltern aufgebaut und verfolgt eine chronologische Reihenfolge, was alles ziemlich übersichtlich macht. Man fängt also sehr früh in der Zeit an und endet in der Gegenwart. Es ist sehr vielfältig und besitzt viele Ausstellungsstücke aus so gut wie allen Ländern Europas und ist sehr interessant, spannend und definitiv sehenswert.


Donnerstag

Am letzten Tag ging es für uns in die beiden Städte Brügge und Gent – zuerst nach Brügge für ungefähr drei Stunden. Dort konnten wir dann eigenständig die wunderschöne alte Stadt erkunden, shoppen gehen oder das Essen genießen. Brügge ist eine Stadt, welche ziemlich alt ist, und dies spiegelt sich in den Gassen der Stadt auch wider. Alte Häuser entlang eines Flusses und auch ein atemberaubender Platz. Diese Stadt hat sehr viel zu bieten und auch viel zu besichtigen.

Danach sind wir dann nach Gent gefahren, wo wir auch wieder machen konnten, was wir wollten, und dementsprechend sahen hier auch die Aktivitäten unterschiedlich aus. Gent ist eine größere Stadt als Brügge und auch architektonisch gesehen etwas moderner, jedoch besitzt sie trotzdem eine unfassbar schöne Altstadt mit imposanten Kirchen und alten Gebäuden, die man sich anschauen kann. Gent besitzt natürlich auch viele Möglichkeiten zum Einkaufen, was auch einige von uns genutzt haben.

Dort erfolgte dann auch der Abschied von der Partnerschule, und es ging nach drei Stunden auch hier wieder zurück ins Hotel.


Am Freitag ging unsere Exkursion dann zu Ende mit der Busfahrt zurück nach Hause. Es war eine sehr spannende und lehrreiche Reise mit vielen Impressionen und ein riesiges Privileg für uns und die Schule aus Österreich, an so einem Projekt teilnehmen zu dürfen und auch einen Einblick in das Europäische Parlament zu bekommen.

 

geschrieben von Jannik Vonthien (Schüler 11. Klasse)

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Veröffentlichung

Fr, 17. Oktober 2025

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